Gründe fürs Alleinsein – Ewiger Single

Alleinsein - am Horizont
Alleinsein – Bedeutet eine Gegenwart alleine auch eine Zukunft ganz alleine?

Über 2,5 Jahre gehe ich jetzt schon wieder ohne Partner durch’s Leben. Während meine Freunde und Familienmitglieder im ähnlichen Alter sich verloben, heiraten oder zumindest darüber sprechen, probiere ich mich mit Apps wie Tinder und Lovoo aus. Apps, über die ich mich die meiste Zeit eigentlich nur ärgere und ich immer wieder merke, dass dieses Online-Dating nichts für mich zu sein scheint. Ist schon Mist, das Alleinsein!

Alleinsein - am Horizont
Alleinsein – Irgendwo da draußen ist Mr. Right

Aber irgendwo da draußen muss er doch sein, oder? Mein Mr. Right?! Alle anderen haben ihren doch auch gefunden.

Früher war alles einfacher

Doch dann habe ich immer wieder den Eindruck, dass es „früher“ auch einfacher war jemanden kennenzulernen. Früher, als man jedes Wochenende mit Freunden ausging, sich vor Einladungen zu Hauspartys kaum retten konnte und dadurch wie von selbst jede Woche neue Bekanntschaften schloss. Doch heute, mit Mitte – Ende 20, verbringt man seine Zeit meist bei einer/m Freund/in oder einem befreundeten Paar zu Hause, mit den immer selben Leuten. Man trifft sich zum Filme gucken (und damit ist mittlerweile auch genau das gemeint: Filme gucken halt) oder zum Kochen/Essen. Selten geht man mal mit jemanden etwas außerhalb trinken. Aber auch dann spricht man selbst niemanden an und wird auch von niemanden angesprochen.

Keine neuen Gesichter. Keine neue Chancen. Keine neue Liebe!

Aber: Kein Grund zur Verzweiflung!

… das sage ich Freundinnen von mir immer wieder zu diesem Thema. „Gut Ding will Weile haben“, „aktives Suchen bringt eh nichts“, „Wenn’s nicht sein soll…“ und „Irgendwie da draußen läuft auch für dich ein Deckelchen rum.“ sind meine Lieblingssprüche. Neu hinzugekommen sind seit kurzem „Du hast doch auch so ein schönes Leben“ und  „Sei glücklich mit dem, was du hast!“. Bla bla bla… klingt alles gut, aber haben wir alle sicherlich schon zig mal gehört. Aber gerade nach einer längeren und intensiveren Beziehung finde ich es wichtig auch mal single zu sein. Zu sich zurückzufinden, wenn man so lange um etwas gekämpft hat, herauszufinden was man das nächste Mal besser machen möchte und sich so lange Zeit zu lassen, bis man wieder bereit für etwas neues ist. Außerdem sollte man auch keine Beziehung eingehen um nicht mehr alleine zu sein, sondern weil man denkt, die Person gefunden zu haben, in die man sich verlieben könnte oder es bereits hat.

Unsere minimalistische Perfektionismus-Vorstellung

Es ist ja nun mal auch so, dass man sich seinen Traumprinzen halt nicht herbei zaubern kann. Zu mal wir, Mitte – Ende 20-Jährigen, ja auch inzwischen überhaupt keine hohe Anforderungen an diesen haben ([/Ironie]):

Wir wollen einen Mann, der weiß was er will, aber seine Wünsche natürlich immer hinter unsere stellt, der mit beiden Beinen im Leben steht, also nicht mehr im Hotel Mama wohnt, aber auch nicht abhebt. Der einen guten Job hat, engagiert und zielstrebig ist, aber nicht 12 Std am Tag arbeitet. Der offen, humorvoll, hilfsbereit, verständnisvoll, treu, loyal, freundlich, gut aussehend, spontan, ehrlich, leidenschaftlich und rücksichtsvoll ist – und vor allem eine eigene Meinung hat, sich aber auch von unserer überzeugen lässt. Jemand, der Sport mag, es aber nicht zu seinem Lebensinhalt macht. Wir wollen uns neben ihm zwar nicht dick fühlen, dicker als wir sollte er aber auch nicht sein. Wir wünschen uns einen Mann, der auf uns aufpassen kann, aber zeitgleich nicht kontrollierend, aggressiv oder eifersüchtig ist. Jemand, der uns in dem was wir tun, unterstützt und den Rücken deckt und der uns sagt aber besser sagt, wenn er das auch mal von uns erwartet. Generell jemanden, der über seine Gefühle sprechen kann, aber keine Heulsuse und doch ein richtiger Mann ist. Ein bisschen Geschmack für Mode sollte er auch haben, aber auch nicht zu metro oder eitel wirken. Am besten ist er auch ein bisschen größer als wir und findet eine gute Balance aus Freundschaften-pflegen und Beziehung-führen. Er soll ruhig seine eigenen Hobbies besitzen, aber noch genügend Zeit für uns haben und wir sollten ihm im Ernstfall wichtiger sein als alles andere. Optimal wäre es wenn er auch gerne kuschelt, aber nicht zu anhänglich ist…

merkt ihr es? Ich könnte ewig weiter zählen, denn unserem Grad an Perfektionismus kann sowieso kein Mann gerecht werden. Vielleicht wäre es also an der Zeit unsere Anforderungen etwas runter zuschrauben und uns auf wichtige Kerneinstellungen zu konzentrieren? Wie etwa die Einstellung zur Familie bzw.  Zukunftsplanung und Prinzipien wie Treue oder Ehrlichkeit.

Freunden akzeptieren wir doch auch mit ihren Macken

Mein Kumpel K. und ich
Mein Kumpel K. und ich

An sich entwickeln sich Freundschaften ja nicht viel anders als Beziehungen, nur dass sie eine platonische Basis haben. Hier haben wir doch auch keine Mustervorstellung, in die ein potentieller Kumpel passen muss. Wir nehmen die Jungs so, wie sie sind, mit all ihren Macken. Sind die Macken zu groß und man merkt, dass es nicht harmoniert, dann distanziert man sich halt wieder… Aber wieso sind wir in Bezug auf Kumpels generell toleranter als bei dem Mann, mit dem wir unser Leben teilen wollen? Ist das fair?

Single sein, bedeutet nicht allein zu sein

Obwohl ich über 2 Jahre single bin, fühle ich mich im Gegensatz zu vielen Single-Mädels, mit denen ich über das Thema sprach, nicht allein oder einsam. Tage an denen ich alleine bin, sind wirklich selten und meist muss ich mir diese sogar explizit herausnehmen und ankündigen á la „Sorry, aber morgen will ich einfach mal nur alleine entspannen“ o.ä. Natürlich sind Kumpels und Freundinnen kein Ersatz für Intimität (zumindest bei mir nicht, weil ich so was strikt trenne) aber sie bereichern dein Leben und gute Freunde sorgen dafür, dass du dich auch trotz Single-Daseins nicht alleine fühlst.

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4 comments / Add your comment below

    1. Hey Chamy, schön, dass du her gefunden hast. Ich habe deinen Blog früher sehr sehr viel gelesen 🙂
      Freut mich auch, dass ich damit zumindest nicht alleine zu sein scheine 🙂 Und vermisst du die Zweisamkeit oder genießt du es eher?

      LG, Isa

      1. Also ich verfolge deinen Blog eigentlich schon die ganze Zeit still und heimlich. 😉 Nicht regelmäßig jeden Artikel, aber 2-3x im Monat schau ich seit jeher vorbei. Bin nur stille Leserin, da ich meist zu faul bin (und ich irgendwie auch von den ganzen Blogkram etwas genervt in letzter Zeit bin.)) 🙂

        Und nein, ich bin eigentlich ganz froh, da ich im Moment auch sehr viel Reise (bin deswegen auch ehr auf meinem Reiseblog aktiv: http://www.travel.chamy.at ), hab ich gar nciht so die Zeit die Zweisamkeit zu vermissen. Hatte zuletzt in meiner Beziehung eher das Gefühl „gebremst“ in meinen Dingen zu werden , weil man ja doch eher immer auf den Partner Rücksicht nehmen muss. Ist also schon gut so, wie es gerade ist. 🙂

        1. Oh, das freut mich! 🙂
          Na dann ist die aktuelle Situation für dich doch genau richtig und ich denke, wenn man aus einer Beziehung kommt, wo man sich irgendwie gebremst gefühlt hat, ist man auch froh, erst mal ungebunden und flexibel das machen zu können, was man möchte. Verstehe ich absolut!
          Ui, dann muss ich da wohl auch mal öfters wieder vorbei schauen 😉

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